Eigentlich…

Landschaft, Objekt 28. Oktober 2020

Gedanken zu einem umweltschonenden Kunsttransport

Bereits während dem Aufbau in der Twingischlucht kreisten meine Gedanken um die Nachnutzung des Gewächshauses. Was sollte damit geschehen? Wie könnte man es weiternutzen? Welche Themenfelder könnten sich rund um das Klima auftun?

Verschiedene Gespräche eröffneten dann das Thema der Reise – ein Haus geht auf Reise und schafft Orte der Zusammenkunft… CO2 neutral – passend und stringent zum Projektinhalt…Wunderbar.

CO2 neutral weiterreisen… soviel zur Idee… nun zur Umsetzung…

Verschiedene Gespräche eröffneten dann das Thema „Transport mittels Tieren“… – wie passend, umweltschonend und entschleunigt – Kunstobjekt und Kulturgeschichte treffen aufeinander – wie aufgelegt – historische Spuren des Mautiertransports im Wallis – wie schön – ein Maultierverein – wie grandios – Synergien und gegenseitiges Interesse… Jedoch…

Weiter zur Umsetzung. Ich möchte das Gewächshaus als Ganzes, in einem Stück, transportieren. LxBxX 2.48 x 1.85 x 2.09m die Masse. Eigentlich gar nicht so gross – Eigentlich.

Verschiedene Gespräche mit Maultier, Pony und Pferdehaltern liessen meine Hoffnungen wachsen – ins schier unendliche steigen – um dann wieder auf dem Boden der Realität zu landen. Wer hätte gedacht, dass ein passender Wagen unmöglich zu organisieren wäre… Bis heute… Doch die Suche geht weiter… (Falls sie diese Zeilen hier lesen und womöglich im Besitz eines Tieranhängers mit den passenden Massen wären können sie sich jederzeit gerne bei mir melden!)

Weiter zum Transport – so kam es dass ich mich wieder um eine alternative Transportmöglichkeit umsehen durfte – doch Diesel und LKW? – wie passt dass in mein Konzept?

Verschiedene Gespräche eröffneten dann die Idee Synergien im Logistikwesen zu koppeln um CO2 und Leerfahrten zu reduzieren, Kosten zu sparen und die Umwelt, ein Stück weit zu schonen… doch…

Einem Tipp folgend versuchte ich mein Glück nun bei ortsansässigen Transportunternehmen, Baufirmen, Recyclingunternehmen, Tischlern und Landwirten… Zu- folgten Absagen. Ein Ja folgte einem Nein. Ja geht, nein zu wackelig. Ja die Grösse passt – nein die Grösse passt nach dem Lokalaugenschein doch nicht… Ich begann zu verzweifeln… Wie ist es möglich dass sich mein Gewächshaus nicht und nicht aus der Twingischlucht abtransportieren lässt… Die Menschheit ist ja schon in den sechziger Jahren auf den Mond geflogen… Zu guter Letzt bekam ich einen letzten Kontaktvorschlag einer ortsansässigen Recyclingfirma. Und siehe da… ab diesem Zeitpunkt klappte alles wie am Schnürchen und das Gewächshaus konnte unversehrt an seinen neuen Ort, im Schloss Leuk, transportiert werden. Blieb noch ein letztes Hindernis – das Schlossportal…

Haarscharf schlüpfte das Gewächshaus hindurch… Doch wir mussten auf die Knie gehen um es hindurchzuschaffen… Was für ein Bild:)

Verschiedene Gespräche haben danach gezeigt, dass sich die Kunstinstallation regelrecht transformieren wollte, um von der Twingischlucht aus eine Reise anzutreten und einen mobilen Ort zu schaffen wo Mensch, Natur und Kultur zusammenfinden können.

Ein soziokulturelles Projekt ist nun am entstehen – das Gewächshaus wird zur Vermittlungsplattform und eröffnet neue Räume und Sichtweisen zwischen Mensch, Natur und Kultur. Das Haus als vertrautes Symbol – der Erwärmungsprozess als Sinnbild für Anfang und Ende.

Verschiedene Gespräche haben mir gezeigt, dass das Thema des CO2 neutralen Transports zwar wichtig, notwendig und interessant wäre – es aber für Objekte der grössenordnung Gewächshaus schlichtweg keinen Markt dafür gibt (aus momentaner Sicht und Recherchestand) – bleibt zu hoffen dass ich für die weitere Reise einen passenden Tieranhänger ausfindig machen kann damit die Idee des CO2 neutralen Transports nicht nur eine Utopie bleibt… Ich bleibe auf jedenfall dran.